Schulterschmerzen: Was hilft gegen eine Kalkschulter?

Plötzlich auftretenden Schmerzen in der Schulter können Kalkablagerungen zugrunde liegen. Oftmals bleibt eine solche Kalkschulter unentdeckt. Um im akuten Fall eine Operation noch zu verhindern, hilft die Stoßwellentherapie.

Als würde jemand mit dem Messer in die Schulter stechen. Die Beschwerden kommen schleichend, meist nachts und nehmen dann innerhalb kürzester Zeit stark zu. Drehbewegungen des Armes – z.B. beim T-Shirt an- oder ausziehen oder Haare kämmen – werden zur Qual, nahezu unerträglich. Oftmals strahlen die Schmerzen flächig bis zum Oberarm und zum Ellbogen. Derartige Symptome beschreiben die sogenannte Kalkschulter.

Was ist eine Kalkschulter?

Bis heute liegen die Ursachen der Entstehung solcher Kalkschultern im Unklaren. Klar aber ist: Sie ist extrem schmerzhaft und betrifft auch jüngere Menschen. Bei einer Kalkschulter erkrankt nicht das Schultergelenk selbst. Vielmehr kommt es zu Kalkeinlagerungen in den umliegenden Schultersehnen. Diese Kalkdepots befinden sich zu 90 Prozent in der Rotatorenmanschette, bevorzugt in der Supraspinatussehne. Die meisten Kalkablagerungen an der Schulter treten im mittleren Lebensalter – also zwischen dem 25. und 55. Lebensjahr – auf. 70 Prozent der Betroffenen sind Frauen und etwa 30 Prozent Männer. Warum das so ist, ist bislang noch nicht bekannt.

Ebenfalls unklar ist es, wie es zu der spontanen Resorption des Kalks kommen kann –  dem Grund für die akuten und plötzlich auftretenden Schulterschmerzen. Die Resorption beschreibt die Auflösung des Kalkdepots in der Schulter. Es kommt dadurch zu einer örtlichen Entzündungsreaktion im Tunnel unter dem Schulterdach. Die Schmerzen sind deswegen so stark, weil der entzündete und aufgequollene Schleimbeutel keinen Platz hat, sich zwischen den beiden Knochen des Oberarmkopfes und knöchernem Schulterdach auszudehnen.

Es können sich auch chronische Beschwerden entwickeln mit belastungsabhängigen oder Ruheschmerzen bei normaler Beweglichkeit des Gelenks. Obwohl die Prognose prinzipiell gut ist, kann eine Behandlungsbedürftigkeit bestehen.

Was hilft?

Um eine endoskopische Kalkdepotentfernung noch zu vermeiden, hat sich die Stoßwellentherapie (ESWT) – vor allem bei immer wiederkehrenden Schmerzen – bewährt. Der Nutzen dieser Behandlungsmethode zur Besserung der Symptome und Verkleinerung der Kalkdepots ist inzwischen in vielen Studien nachgewiesen. 

Bei der Stoßwellentherapie wird das Gerät direkt am Kalkherd angesetzt. Akustische Wellen werden unter hohem Druck als Stoßwellen ins Gewebe geschickt. Dort verbreiten sich die Wellen bis zum Schmerzbereich. An der Grenzschicht zum kranken Gewebe sollen durch die Wirkung der Wellen die Ablagerungen zertrümmern werden.

Die Stoßwellentherapie wird unter anderen auch bei Entzündungen an der Fußsohle angewandt und verläuft im Normalfall schmerzfrei.

Auch klassische krankengymnastische Übungen können wirksam sein. Sie erweitern den Raum unter dem Schulterdach und verringern damit den Druck auf die Sehnen, die durch den Kalk verbreitert sind.

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